Haus aus den 1970er Jahren: Diese Schwachstellen und Schadstoffe sollten Sie kennen

Seit einigen Jahren rücken Immobilien aus den 1970er Jahren zunehmend in den Fokus – sei es durch Generationenwechsel, Erbschaften oder den Kauf einer Bestandsimmobilie. Im Regelfall möchte man eine ältere Immobilie renovieren und, soweit es möglich ist, auf den neusten Standard bringen. Doch was muss man alles bei einer Immobilie aus den 1970er Jahren beachten? Das erfahren Sie in diesem Beitrag.

Häuser aus den 1970er Jahren haben einen ähnlichen Baustil. Da das Wohnzimmer damals als Haupt- und Familienraum diente, wurde es großzügig mit vielen großen Fenstern gestaltet, um einen lichtdurchfluteten Raum zu schaffen. Die restlichen Räume der Häuser wurden eher klein gehalten und eher mit kleineren Fenstern ausgestattet, wodurch sie eher etwas dunkel erscheinen. Doch schon durch einige Änderungen in der Raumaufteilung kann der Grundriss direkt einladender wirken. Achten Sie dabei nur darauf, ob es sich um eine tragende Wand handelt, oder nicht.

Häuser aus den 1970er-Jahren weisen häufig typische Schwachstellen auf, die beim Kauf oder einer Sanierung unbedingt beachtet werden sollten. Viele dieser Gebäude entsprechen in ihrer Bauweise und Ausstattung nicht mehr den heutigen energetischen und gesundheitlichen Standards.

  • Energieeffizienz und Heiztechnik: Die Dämmung war in den 70er-Jahren noch kein zentrales Thema. Daher sind Dach, Fenster und Türen oft schlecht isoliert, was zu hohen Wärmeverlusten führt. Auch die Heizungsanlagen stammen häufig aus dieser Zeit – meist handelt es sich um Ölheizungen. Heizsysteme, die vor 1985 installiert wurden, müssen laut Energieeinsparverordnung verpflichtend ausgetauscht werden, da sonst Bußgelder drohen.

  • Bausubstanz und Leitungen: Viele Häuser besitzen noch alte Rohrleitungen aus verzinktem Stahl oder Eisen, die anfällig für Korrosion sind und die Trinkwasserqualität beeinträchtigen können. Aufgrund der intensiven Betonnutzung in dieser Bauperiode treten zudem häufig Feuchtigkeitsprobleme auf, insbesondere in Kellern und erdberührten Bereichen. Auch der Schallschutz der Geschossdecken ist meist unzureichend.

  • Baustoffe und Schadstoffe: In den 1970er-Jahren wurden zahlreiche Materialien verwendet, die aus heutiger Sicht gesundheitsbedenklich sind. Dazu zählen unter anderem:
    • Asbest in Dach- und Fassadenplatten
    • Formaldehyd in Spanplatten
    • PCB (Polychlorierte Biphenyle) in Dichtungsmassen und Farben
    • Holzschutzmittel mit giftigen Chemikalien
    • Teerhaltige Kleber unter Bodenbelägen

Asbest, Formaldehyd, PCB, Holzschutzmittel und teerhaltige Kleber enthalten gesundheitsschädliche und teils krebserregende Stoffe, die über Luft, Staub oder Hautkontakt in den Körper gelangen können. Sie schädigen vor allem Lunge, Leber, Nerven und Hormonsystem und können langfristig Krebs oder andere schwere Gesundheitsprobleme verursachen.

Neben Massivhäusern entstanden in diesem Jahrzehnt auch zahlreiche Fertighäuser. Ihre Holzrahmenbauweise und bestimmte Baustoffe führen dabei oft zu Schadstoffausdünstungen und dem typischen ‚Fertighausgeruch‘. Bei Fertighäusern ist daher auf Schadstoffausdünstungen und den typischen ‚Fertighausgeruch‘ zu achten.

Früher oder später müssen an jedem Haus Renovierungsarbeiten vorgenommen werden, denn jedes Bauteil und jeder Baustoff hat eine begrenzte Lebensdauer.
Bei der Sanierung von Häusern aus den 1970er Jahren muss zunächst einmal geprüft werden, wie stark die Schadstoffbelastung durch verbaute Substanzen im Haus ist. Werden diese bei Renovierungsarbeiten freigesetzt, kann das ernste Gesundheitsrisiken verursachen. Auch beim Austausch der Heizungsanlage können Probleme entstehen, wenn alte Leitungen oder Anschlüsse nicht mit modernen Systemen kompatibel sind. Eine fachgerechte Prüfung verhindert daher teure Folgeschäden und sorgt für Sicherheit.

Möchte man ein Haus aus den 1970er Jahren kaufen, kann die Bauakte des Objekts erste Hinweise auf verbauten Schadstoffe liefern. Ob ein Haus aus den 1970er Jahren für Sie geeignet ist, kann pauschal nicht beantwortet werden, sondern hängt von Lage, Bausubstanz und Renovierungsbedarf ab. Bei Fertighäusern können Schadstoffe wie Asbest, Formaldehyd oder PCB vorhanden sein – deren Beseitigung sollte bei der Kalkulation berücksichtigt werden.

Planen Sie Umbauten, Modernisierungen oder energetische Verbesserungen, sollten diese frühzeitig in die Kosten- und Zeitplanung einbezogen werden.

In vielen Fällen ist eine Sanierung sinnvoll, insbesondere bei stabiler Bausubstanz und attraktiver Lage. Ist das Haus stark beschädigt oder fallen die Renovierungskosten hoch aus, kann ein Neubau wirtschaftlicher sein und ermöglicht die Umsetzung moderner Standards.

Lesen Sie hier weiter, warum sich eine Investition in Immobilien lohnt, und sichern Sie sich wertvolle Tipps für Ihre Immobilienplanung.